IMPFUNGEN

Impfschema der STIKO (GSK)

Das Impfschema sieht die Grundimmunisierung mit je zwei zeitgleichen Impfungen (6-fach Impfung u. Pneumokokken) pro Termin an drei Terminen am Ende des 2., 3. und 4. Lebensmonats vor.

Ab dem Ende des 12. Lebensmonats folgen vier weitere Impftermine im Abstand von jeweils einem Monat (1. MMRV, die 4. Gabe 6-fach Impfung u. Pneumokokken, MenC, 2. MMRV). Eine erste Auffrischimpfung ist fünf Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung nötig.

Diese Impfungen empfiehlt die STIKO für Kinder und Jugendliche:

Zur Grundimmunisierung ist eine 6-fach Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, HIB und Hepatitis B verfügbar. Diese ist gut verträglich, moderner und enthält unter anderem kein Formalin mehr, im Gegensatz zur älteren 5-fach Impfung ohne Hepatitis B-Komponente.

Symptom dieser Krankheit ist Atemnot, die lebensbedrohend werden kann: In den 60iger, vor Beginn der Impfungen gab es in Deutschland jährlich 5.751 Diphtherie-Fälle mit 200 Toten. Heute kommt die Krankheit hierzulande kaum noch vor. Da aber Diphtherie in anderen Ländern der Welt, vor allem in Osteuropa, noch stark verbreitet ist, kann sie auch in Deutschland jederzeit wieder eingeschleppt werden. Vor allem Erwachsene sind gefährdet, da sie häufig nicht daran denken, dass ein sicherer Impfschutz nur gegeben ist, wenn alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung erfolgt. Es gibt verschiedenen Formen der Diphtherie, die auch unterschiedlich übertragen werden. Die häufigste Form ist die Rachen- und Kehlkopfdiphtherie, die durch Husten und Niesen übertragen wird. Die Nasendiphtherie – an der vor allem Säuglinge erkranken – wird über blutigen Schnupfen übertragen. Die Kutane Diphtherie wird übertragen, wenn die Bakterien auf eine offene Wunde geraten.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen. Die erste Impfung wird mit Ende des zweiten Lebensmonats, die zweite am Ende des dritten Monats, die dritte am Ende des vierten Monats und die letzte am Ende des ersten Lebensjahres gegeben. Die Impfung sollte im Vorschulalter, im Alter von neun bis 17 Jahren und danach alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Die Sporen des Wundstarrkrampf-Erregers leben in gewöhnlicher Erde und gelangen bei Verletzungen in den Körper. Auch über kleinste Verletzungen, zum Beispiel ein Stich mit einem Holzsplitter oder einem Dorn, kann eine Infektion verursacht werden. Wundstarrkrampf lähmt die Muskeln. Wenn er eintritt, überleben nur 50 von 100 Betroffenen. Weltweit sterben jedes Jahr über eine Million Menschen an dieser Erkrankung, in Deutschland kommt sie wegen sehr hoher Impfraten jedoch nur sehr selten vor.

So können Sie Ihr Kind schützen: Eine Impfung ist gerade für Kinder sehr wichtig, da sie draußen spielen und häufig kleinere Verletzungen haben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge und Kleinkinder vier Teilimpfungen, die am Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und am Ende des 14. Lebensmonats abgeschlossen sein sollten. Im Alter von fünf bis sechs und neun bis 17 Jahren sollte die Impfung noch einmal aufgefrischt werden. Anschließend genügt eine Auffrischung alle zehn Jahre.

In Deutschland starben Anfang des letzten Jahrhunderts noch jedes Jahr mehr als 20.000 Kinder an der Infektion. Nach Einführung der Impfung sind die hohen Erkrankungszahlen stark zurückgegangen, trotzdem treten immer noch Erkrankungswellen auf. Pertussis, der Erreger des Keuchhustens, wird durch Husten und Niesen übertragen, die Bakterien werden sehr leicht weitergegeben. Bei größeren Kindern und Erwachsenen reichen die möglichen Komplikationen von Lungenentzündung, lang anhaltendem schweren Hustenreiz oder in Folge dessen auch Rippenbrüchen und Verletzungen des Brustkorbs bis zu Hirnerkrankungen. Für Babys ist diese Krankheit jedoch besonders gefährlich, da die Mutter bei Pertussis keinen Nestschutz überträgt. Das Neugeborene muss erst einen eigenen Impfschutz aufbauen. Die gefährlichste Komplikation ist eine Gehirnschädigung, meist verursacht durch den Sauerstoffmangel während der Husten-Anfälle. In jüngerer Zeit zeichnet sich ab, dass zunehmend junge Erwachsene betroffen sind, so dass die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Auffrischungsimpfung im Alter von neun bis 17 Jahren empfiehlt. Keuchhusten wird durch Husten und Niesen übertragen, die Bakterien werden sehr leicht weitergegeben.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen. Die erste Impfung wird zum Ende des zweiten Lebensmonats gegeben, die letzte Teilimpfung gegen Ende des ersten Lebensjahres. Eine Auffrischungsimpfung sollte zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr und im Alter von neun bis 17 Jahren erfolgen. Die STIKO empfiehlt auch allen Frauen mit Kinderwunsch sowie engen Kontaktpersonen zu Säuglingen eine Impfung, um eine Gefährdung des Neugeborenen zu verhindern.

Jeder der drei Typen des Poliovirus greift die Nerven an. Polioviren können Lähmungen auslösen, besonders gefürchtet sind Lähmungen der Atemmuskulatur: Die Betroffenen brauchen oft lebenslang künstliche Beatmung. Noch 1961, im ersten Jahr nach Beginn der Massenimpfungen, gab es in der Bundesrepublik 4.673 Polio-Fälle. 305 Kinder starben an der Krankheit. Dank Schluckimpfung traten in Deutschland seit 1990 keine Polio-Fälle durch das Wildvirus mehr auf. Die Schluckimpfung enthielt abgeschwächte Lebendviren, die jedes Jahr in ein bis zwei Fällen zu einer Impf-Polio geführt haben. Der heute verwendete Totimpfstoff ist aber sehr sicher und nebenwirkungsarm. Im Jahr 2002 hat die WHO ganz Europa für poliofrei erklärt, in einigen Ländern Asiens und Afrikas kommt die Erkrankung aber noch recht häufig vor, so dass sie zur Zeit noch zu den Standardimpfungen gehört.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die STIKO empfiehlt die erste Teilimpfung gegen Ende des zweiten Lebensmonats. Die letzte Teilimpfung erfolgt im Alter von elf bis 14 Monaten. Im Alter von neun bis 17 Jahren sollte die Impfung noch einmal aufgefrischt werden. Bei Reisen in Endemiegebiete, das heißt in Regionen, in denen Polio-Erkrankungen noch auftreten, wird von der STIKO ebenfalls eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b verursacht Hirnhautentzündung (Meningitis), Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) und Gelenkschäden. Hirnhautentzündungen können bleibende geistige Behinderungen nach sich ziehen: Bei fast einem Drittel der Kinder muss mit Sprachstörungen, Hörstörungen und Krampfanfällen gerechnet werden. Die Bakterien werden durch Husten und Niesen übertragen. Eine Übertragung ist auch über Gegenstände möglich. Hirnhautentzündungen zeigen sich in hohem Fieber, Erbrechen, Krämpfen und Kopfschmerzen. Kehldeckelentzündungen verursachen ebenfalls hohes Fieber, begleitet von Schluckbeschwerden und Atemnot. Sie sind besonders gefürchtet, weil es oft zum Anschwellen der Atemwege kommt und selbst eine notfallmäßige  Behandlung zu spät kommen kann.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die Impfung besteht aus mehreren Teilimpfungen. Die Grundimmunisierung sollte am Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und zwischen dem elften und vierzehnten Monat abgeschlossen sein.

Schätzungsweise 50.000 Menschen infizieren sich in Deutschland jedes Jahr mit Hepatitis B. 150 bis 200 Menschen sterben an der akuten Erkrankung, über 1.000 an den Folgen (Leberzirrhose, Leberkrebs). Bis 1995 wurde die Hepatitis-B-Impfung nur Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko empfohlen. Aufgrund der hohen Neuinfektionszahlen wurde diese Strategie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) jedoch geändert. Sie empfiehlt die Impfung seither für alle Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. Hepatitis-B-Viren (HBV) können sich in allen Körperflüssigkeiten befinden und werden hauptsächlich auf sexuellem Weg übertragen. Wenn Schwangere infiziert sind, können sie die Infektion während der Schwangerschaft und Geburt auf das Kind übertragen. Dies betrifft jedes Jahr ungefähr 3.000 bis 6.000 Kinder, wobei eine in diesen Fällen vorgesehene Simultanimpfung mehr als 95 Prozent der drohenden HBV-Infektionen verhindert.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen, die gegen Ende des zweiten, dritten, vierten Monats und zwischen dem elften und vierzehnten Monat gegeben werden. Jedes Jahr werden in Deutschland 3.000 bis 6.000 Kinder von Hepatitis B infizierten Müttern geboren. Aus diesem Grund sollten sich schwangere Frauen ab der 32. Schwangerschaftswoche auf Hepatitis B untersuchen lassen. Eine Infektion der Kinder kann fast immer verhindert werden, wenn das Neugeborene sofort nach der Geburt sowohl eine passive als auch eine aktive Impfung erhält.

Pneumokokken können eine gefährliche Hirnhautentzündung verursachen, häufiger auch eine Bronchitis oder Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Neben älteren Menschen sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder gefährdet. Bei bis zu zehn Prozent verläuft die Erkrankung tödlich, bei etwa 15 Prozent entstehen bleibende Folgeschäden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte die Impfung in Deutschland zunächst nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Aufgrund der Schwere der Erkrankung, der häufigen Komplikationen und der hohen Sterblichkeit hat die STIKO nach sorgfältiger Prüfung der Erfahrungen anderer Länder und der Situation in Deutschland ihre Impfempfehlungen 2006 erweitert.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die Impfung gegen Pneumokokken wird für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat empfohlen. Hier sind zur vollständigen Immunisierung vier Impftermine notwendig – sie können zeitgleich mit den anderen empfohlenen Impfungen wahrgenommen werden. Aufgrund langjähriger Erfahrungen und sorgfältiger Prüfungen des Impfstoffes können Eltern davon ausgehen, dass die Impfung sehr gut verträglich und nebenwirkungsarm ist.
Für Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahre, die bisher noch nicht oder nur mit dem Pneumokokken-Impfstoff gegen 7 Typen (Prevenar®) geimpft sind und die durch Erkrankungen an Herz, Lunge, Nieren, Gehirn oder Stoffwechsel oder hoher Infektanfälligkeit besonders gefährdet sind, wird eine Impfung mit dem 13-valenten Impfstoff (Prevenar13 ®) empfohlen.

Zur Grundimmunisierung ist ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (Priorix®) und ein 4-fach Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Priorix-Tetra®) verfügbar. Dieser neue Impfstoff ist ebenso gut verträglich, wird jedoch unter die Haut gespritzt und nicht mehr in den Muskel. Dies verringert mögliche Schmerzen.

Weltweit sterben jedes Jahr mehr als eine halbe Million Menschen an Masern und bei fast sechs Millionen entstehen nach einer Erkrankung Folgeschäden. In Deutschland ist mit dem Anstieg der Masernimpfraten seit dem Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Erkrankungshäufigkeit deutlich zurückgegangen. Da die Durchimpfung jedoch regional sehr unterschiedlich ausfällt, kommt es bei regional niedrigen Impfraten auch weiterhin zu räumlich begrenzten Ausbrüchen und in Folge auch zu einzelnen Todesfällen. So liegt das Risiko für eine schwere, meist lebensbedrohliche Hirnentzündung bei ca. 1%. Masern-Viren werden durch Husten und Niesen übertragen. Fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung, da die Viren sehr leicht übertragbar sind. Bei fünf bis zehn Prozent der erkrankten Kinder kommt es zu Komplikationen, beispielsweise zu einer Lungen- oder Mittelohrentzündung. Bei etwa einem von 1000 Patienten tritt eine Hirnhautentzündung auf.

So können Sie Ihr Kind schützen: Sie können Ihr Kind durch eine zweimalige Impfung wirksam gegen Masern schützen. Die erste Teilimpfung sollte im elften bis 14. Lebensmonat gegeben werden. Die Impfung sollte nicht früher erfolgen, da viele Kinder im ersten Lebensjahr noch durch die Antikörper der Mutter, die während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen worden sind, geschützt sind. Dieser so genannte Nestschutz besteht gegen Ende des ersten Lebensjahres nicht mehr, weil die Antikörper dann abgebaut worden sind. Dies gilt auch für gestillte Kinder. Ein sicherer Schutz besteht erst nach der zweiten Impfung, die frühestens vier Wochen nach der ersten und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres gegeben werden sollte. Der Impfstoff ist sehr gut verträglich. In sehr seltenen Fällen treten die so genannten Impfmasern auf, die jedoch sehr leicht verlaufen und nicht ansteckend sind.

Die Ansteckungsrate bei Mumps liegt bei ungefähr 60 Prozent. Die Mumps-Viren werden durch Husten und Niesen übertragen; in ganz seltenen Fällen ist auch eine Übertragung durch Speichel, der auf Gegenstände gelangt, möglich. Bei 30 bis 40 Prozent der Erkrankten kommt eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse hinzu. Da dieses typische Krankheitszeichen nur bei einem Teil der Erkrankten auftritt, wird Mumps häufig verkannt und für einen eher harmlosen Infekt gehalten. Bei jedem zweiten erkrankten Kind muss mit einer “aseptischen” Hirnhautentzündung gerechnet werden. Fast zehn Prozent der Erkrankten bekommen in Folge der Infektion eine Hirnhautentzündung. In seltenen Fällen tritt auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Entzündung des Hörnervs auf, welche zu bleibenden Hörschäden führen kann. Je älter die männlichen Erkrankten sind, desto häufiger sind sie von einer sehr schmerzhaften Hoden- oder Nebenhodenentzündung betroffen. Dies kommt bei ungefähr jedem vierten erkrankten Jugendlichen vor.

So können Sie Ihr Kind schützen: Durch eine zweimalige Impfung gegen Mumps – In der Regel wird die Impfung in Kombination mit einer Masern- und Röteln-Impfung gegeben. Die erste Impfung sollte zwischen dem 11. bis 14. Lebensmonat und die zweite Wiederholungsimpfung zwischen dem 15. bis 23. Lebensmonat gegeben werden.

Für Kinder sind Röteln eine harmlose Krankheit. Steckt sich jedoch eine Schwangere an, bedrohen Blindheit, Taubheit, Herzfehler und Hirnschäden die Gesundheit des ungeborenen Babys. Die WHO strebt eine Ausrottung der Rötelnembryopathie in Europa an. Um dies zu erreichen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine zweimalige Impfung für alle Kinder, auch Jungen, im Alter von elf bis 14 und 15 bis 23 Monaten. Röteln-Viren werden durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten und Niesen übertragen. Während der Frühschwangerschaft können die Viren über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Wenn sich eine schwangere Frau in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft mit Röteln ansteckt, treten bei weit über der Hälfte der Ungeborenen Fehlbildungen auf.

Frauen mit Kinderwunsch sollten sich vor einer Schwangerschaft auf Röteln-Antikörper testen lassen, das heißt auf einen Schutz gegen Röteln nach bereits durchgemachter Krankheit, und sich gegebenenfalls impfen lassen.

750.000 Kinder stecken sich schätzungsweise jedes Jahr mit Windpocken-Viren an. Sie werden extrem leicht übertragen, so dass fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten zu einer Infektion führt. Eine Ansteckung erfolgt über Husten oder Niesen, ist aber auch möglich, wenn man die sehr virenhaltige Flüssigkeit aus den Bläschen des Hautausschlags einatmet. Normalerweise verlaufen Windpocken harmlos. Es kommt jedoch in ca. 40.000 Fällen zu Komplikationen (am Häufigsten bakterielle Infektion der Haut) und zwischen 5000 und 6000 Patienten müssen jährlich in Deutschland wegen Windpocken stationär im Krankenhaus behandelt werden. Selten kommt es bei Kindern zu einer Lungen-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündung. Bei Säuglingen (Risiko ca. 4x erhöht) oder Erwachsenen (Risiko sogar 30 x erhöht) sowie bei Menschen mit Immunschwäche oder einer schweren Neurodermitis können Windpocken jedoch auch zu schweren Verläufen führen. Ca. 20 Menschen sterben noch immer jährlich in Deutschland an Windpocken.

In jedem Fall bleiben die Viren in den Nervenzellen des Rückenmarks zurück und können bei Abwehrschwäche auch mehrfach zu einem Zoster (Gürtelrose) führen. Die Aktivierung des Varizellenvirus führt zu einem Ausschlag mit Nervenschmerzen. Neben den gesundheitlichen Risiken sind die Auswirkungen im Alltag nicht zu vergessen. Kinder mit Windpocken-Exanthem dürfen bis zum Abheilen der Bläschen keinen Kontakt zu größeren Menschenansammlungen haben, also auch nicht in den Kindergarten oder in die Schule. Auch Reisen mit der Bahn oder dem Flugzeug sind nicht möglich.

So können Sie Ihr Kind schützen: Die STIKO empfiehlt die Impfung zeitgleich mit der ersten Masern-Mumps-Röteln-Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten. Bei Verwendung eines Kombinationationsimpfstoffes (MMRV) erfolgt nach vier bis sechs Wochen eine zweite Teilimpfung auch gegen Windpocken. Alle Kinder, die weder geimpft sind, noch eine Erkrankung durchgemacht haben, sollten im Alter von neun bis 17 Jahren nachgeimpft werden. Auch Frauen mit Kinderwunsch sollten sich gegen Windpocken impfen lassen.

Meningokokken sind Bakterien, die eine schwere, lebensbedrohliche Hirnhautentzündung und Blutvergiftung auslösen können. Weil die Erkrankung so schnell fortschreitet und am Anfang schwer zu erkennen ist, kommt es in 20 – 30 % der Fälle zu bleibenden Schäden, wie geistiger Behinderung, Anfallsleiden und  auch Teilverlust von Gliedmaßen. Etwa 10% der Fälle führen  sogar zum Tod trotz antibiotischer Behandlung.

Häufigkeit der  5 Typen A, B, C, W135, Y:

In Deutschland entfallen die meisten der 300 – 400 Fälle jährlich auf den Serotyp B (ca. 70%). Der zweithäufigste Serotyp ist C mit ca. 20% der Fälle. Auf alle anderen Typen, insbesondere A, W 135 und Y entfallen knapp 10% der Fälle.

Neue Impfung gegen Men B:

Diese sehr wichtige Impfung ist seit Anfang 2013 von der europäischen Zulassungsbehörde zugelassen und ist seit Anfang Dezember im Handel erhältlich.

Der neue Impfstoff hat sich in zahlreichen Studien mit über 8000 Kindern und Jugendlichen als gut verträglich und sicher erwiesen. Eine gute Antikörper-Bildung konnte nachgewiesen werden. Wenn sich auch die ständige Impfkommission (STIKO) noch nicht abschließend geäußert hat, so halten wir die Impfung dennoch für Säuglinge, Kinder und Jugendliche für sehr empfehlenswert. Gerade bei Säuglingen entfallen 80% der Meningitis-Fälle auf Meningokokken Typ B und der Verlauf ist meist schwerer.

Momentan wird die Impfung noch nicht von allen Kassen bezahlt. Daher müssen die Eltern die Kosten für die Impfstoffe (ein Einzelimpfstoff kostet 96,96 €) und die Impfleistung durch uns ( je nachdem ob einzeln oder in Kombination mit anderen Impfungen 10-20 €) zunächst bezahlen und können dann einen Antrag auf Kostenerstattung bei der Krankenkasse stellen.

Neue Impfung Men ACWY  (4 Typen) statt bisher Men C (1 Typ): 

Die oben genannte Verteilung ist für Länder in Europa relativ ähnlich. Auf anderen Kontinenten (auch Türkei oder Russland) aber sieht es ganz anders aus, dort überwiegen z.B. die Typen A, W 135 oder Y.

Es steht nun für Kinder ab dem 11. Lebensmonat eine Impfung mit erweiterter Wirksamkeit gegen 4 Serotypen (Typen A, W 135, C und Y) zur Verfügung. Sie ist ähnlich gut verträglich wie die bewährte Impfung gegen Meningokokken vom Serotyp C und kann statt dieser eingesetzt werden. Beide Impfungen sind nur einmal notwendig.

Die neue MenACWY –Impfung kann nur in begründeten Einzelfällen (z. B. Immunschwäche) auf Kassenrezept verordnet werden, da sie von der ständigen Impfkommission (STIKO) noch nicht generell empfohlen wird.  Patienten, die einen optimalen Schutz haben möchten oder häufiger außerhalb Europas verreisen, können wir diese Impfung als IGeL –Leistung anbieten. Sie erhalten ein Privatrezept, mit welchem Sie den Impfstoff in der Apotheke kaufen können. Die Impfleistung wird Ihnen von uns mit 10€ berechnet, worüber Sie eine Rechnung erhalten. Die meisten Kassen erstatten die Kosten für die Impfung und den Impfstoff, da die Kosten mit ca. 60 € nur minimal höher als bei der Standard-Impfung ausfallen. Wenn Sie sicher gehen wollen, fragen Sie vorab ihre Krankenkasse.

Gebärmutterhalskrebs kann sich über mehrere Jahre hinweg aus einer andauernden Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) entwickeln. Zunächst führt diese Infektion häufig zu Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut. Aus dieser Veränderung kann dann Krebs entstehen. Etwa 1.660 Frauen sterben jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs in Deutschland. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Schleimhaut-Veränderungen und Krebs-Vorstadien oder Krebs erkannt werden.
Verschiedenste Behandlungsmethoden (Bestrahlung, Chemotherapie, Operation) werden eingesetzt. Deren Erfolg hängt aber sehr davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist, wenn er erkannt wird.
Humane Papillomviren werden hauptsächlich durch Sexualverkehr übertragen. Sie sind weltweit verbreitet. Kondome schützen nicht sicher vor einer Infektion. Die Impfung bietet Schutz gegen die häufigsten Verursacher des Gebärmutterhalskrebses und dessen Vorstufen. Am meisten Vorteile bietet die Impfung für Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt. Seit Kurzem ist die Impfung bereits ab 9 Jahren (U11) zugelassen. Da in diesem Alter (je nach Hersteller bis zum 14. bzw. 15. Geburtstag) das Immunsystem einen besseren Langzeitschutz aufbaut, sind statt 3 nur 2 Impfungen notwendig.

Die Rotavirus-Infektion ist bei uns die häufigste Ursache einer Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis). Sie hinterlässt keinen Schutz, man kann also immer wieder erkranken. Im Vergleich zu Erwachsenen und älteren Kindern besteht für Säuglinge im ersten Lebensjahr ein erhöhtes Risiko, durch Erbrechen oder wässrigem Durchfall zu schnell zu viel Flüssigkeit zu verlieren. In Folge müssen ca. 20-25 % der an Rotavirus erkrankten Säuglinge für eine Infusionsbehandlung stationär aufgenommen werden. Insbesondere ältere Geschwisterkinder im Kindergarten, Hort oder Schule erhöhen das Ansteckungsrisiko. Durch den intensiven Kontakt beim Windelnwechseln erkranken oft auch andere Familienmitglieder.

Eine zweimalige Schluckimpfung im Abstand von vier Wochen (erste Gabe frühestens 6. Lebenswoche, zweite Gabe spätestens 24. Lebenswoche, in der Regel zeitgleich mit Standardimpfung) schützt die ersten beiden Jahre zuverlässig vor einer schweren Rotavirus-Infektion. Vermehrte Nebenwirkungen treten nicht auf. Seit Anfang Februar 2014 ist die Impfung generell empfohlen und somit Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen.

Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) ist eine virale lebensbedrohliche Erkrankung des Gehirns und kann in großen Teilen Süddeutschlands durch den Biss der Zecke übertragen werden. Ca. 200-500 Fälle werden jährlich in Deutschland gemeldet. Kinder erkranken oft leichter, jedoch in 78% der Fälle mit Beteiligung der Gehirnhaut und 21% zusätzlich des Gehirns, in 10% aller Fälle mit ernsten Folgeschäden. 1% der Kinder sterben an den Folgen.

Im Gegensatz zur auch über Zecken übertragenen Borreliose findet eine Infektion bereits direkt nach dem Biss der Zecke statt, so dass die rasche Entfernung nicht sicher vor einer Infekton schützt. Auch gibt es gegen FSME keine wirksame Behandlung wie Antibiotika. Auch wenn im Kreis Weilheim in den letzten Jahren nur wenige Einzelfälle auftraten, empfiehlt die STIKO eine Impfung ab dem 3. Geburtstag grundsätzlich für alle Kinder in Bayern. Zum einen ist die Datenlage nicht sicher genug – wer weiss schon wo er genau die Zecke bekommen hat, zum anderen ist bereits in benachbarten Landkreisen das Risiko hoch eingestuft.

Kinder ab dem 1. Geburtstag können geimpft werden, wenn ein besonders hohes Risiko besteht (viele Zecken im Garten oder Haustiere).  Die Impfung wird von Kindern in der Regel sehr gut vertragen. Nach zwei Impfungen im Abstand von einem Monat, schliesst die dritte Impfung nach weiteren 9 Monaten die Grundimmunisierung ab. Eine erste Auffrischimpfung ist nach drei Jahren, im Weiteren alle 5 Jahre notwendig. Ein Schnellschema mit Impfungen an den Tagen 0, 7, und 21 ist ebenfalls möglich.

Sicherheit der Impfstoffe

Die Impfstoffforschung wurde in den letzten 20 Jahren enorm weiterentwickelt. Impfstoffe gehören zu den Arzneimitteln, die in Deutschland am besten getestet sind. Mehrere Prüfverfahren sind Voraussetzung dafür, dass ein Impfstoff zugelassen wird.

Sicherer Schutz

Nur eine vollständige Impfung bietet einen sicheren Schutz.
Es ist wichtig zu wissen, dass ein sicherer Impfschutz erst dann besteht, wenn alle Teilimpfungen in den vorgegebenen Zeitabständen durchgeführt wurden.