Impfung gegen Corona (Covid -19) für  Kinder ab 5 Jahre und Jugendliche in unserer Praxis

NEU:

Bis auf Weiteres können Kinder und Jugendliche ab 5 Jahre  auch direkt im Impfzentrum in Peissenberg  (Ärztlicher Leiter: Dr. Wittermann ) geimpft werden. Wenden Sie sich dazu entweder direkt an das Impfzentrum (Telefon: 08803/ 4929700) oder melden Sie sich online an.

Da aufgrund der aktuellen Situation nur noch vereinzelt Nachfrage nach Impfungen besteht und wir den Impfstoff der Firma BIONTEC ( Corminaty)  vorab bestellen müssen und er wegen der Haltbarkeit und Aufteilung in Flaschen nur an bestimmten Tagen verabreicht werden kann, bieten wir zur Zeit unseren Patienten die Impfung nicht an. Wir bitten hierfür um Verständnis.

Die E-Mail Adresse Corona-Impfung@weilheimer-kinderaerzte.de für Anfragen wurde daher deaktiviert und wird nicht mehr bearbeitet.

Gerne beraten wir unsere Patienten aber weiterhin zur Impfung.

Impfung für Jugendliche von 5 bis 11 Jahre:

Nachdem der Impfstoff ab 5 Jahren mit einer  altersentsprechend angepassten Dosierung ( 1/3 der Erwachsenendosis) durch die EMA bedingt zugelassen wurde, hat nun die STIKO nach eingehender Risiko-Nutzen-Analyse zunächst eine vorläufige Empfehlung für Kinder mit Vorerkrankungen ausgesprochen. Pressemitteilung 9.12.21:    https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-12-09.html

Epidemiologisches Bulletin 1/22 (6.1.22, online vorab), beachte insbesondere Zusammenfassung Seite 40-42

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/Ausgaben/01_22_STIKO-Begruendung.pdf?__blob=publicationFile

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin schreibt hierzu: Die primäre Krankheitslast dieser jungen Altersgruppe durch schwere Erkrankungen ist unverändert sehr gering. Die Übertragungsrate des Virus aus dieser Altersgruppe heraus ist geringer als bei Erwachsenen. Das gilt insbesondere für Kinder ohne Krankheitssymptome. Die Annahme, dass die Impfung bei jungen Kindern einen anhaltenden Einfluss auf die Übertragungsrate des Virus nehmen wird, ist unbestätigt. Insoweit ist die Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Impfindikation bei jungen Kindern besonders sorgfältig zu überprüfen und nicht so offensichtlich wie bei der Impfung von Erwachsenen. Die Forderung nach Impfungen der jungen Kinder zur Verhinderung eines allgemeinen Lockdowns ist nicht verhältnismäßig. Der Eigennutz für das Kind muss im Vordergrund stehen.

Die STIKO hat nach Auswertung der bisher zur Verfügung stehenden Daten nur eine Indikationsempfehlung für junge Kinder (5 – 11 Jahre) mit chronischen Erkrankungen oder besonderen Risiken (siehe unten ) ausgesprochen und die Impfung nicht allgemein empfohlen. Bei Infektion ist der Krankheitsverlauf zwar weiterhin meist mild oder sogar asymptomatisch. Hospitalisierungen und intensivmedizinische Behandlungen sind selten und Todesfälle traten nur vereinzelt bei Risikopatienten mit Vorerkrankungen auf. Bei bestimmten Vorerkrankungen ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht.

Die Auswirkungen des Auftretens von Omikron können noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Es zeigt sich eine höhere Infektiosität bei eher milderem Verlauf. Es gibt bisher keinen Hinweis auf schwerere Verläufe bei Kindern. Daher bleibt es weiter unklar, ob Kinder bei einer zunehmenden Omikron- Ausbreitung von der Impfung profitieren.

Dies bedeutet keinesfalls, dass die Impfung nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes bzw. der Sorgeberechtigten nicht möglich ist.

Mittlerweile gibt es auch erste Daten der CDC zur Sicherheit des Impfstoffes bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren aus den USA (insgesamt 8,7 Mio Dosen verimpft):  Dabei wurden über das  Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS)  in 4.249 Fällen berichtet, hiervon waren 3.092 unerwünschte Ereignisse, davon 100 schwerwiegend. Hierbei ist zu beachten, dass diese Meldungen die tatsächliche Häufigkeit unterschätzen können. Unter den 100 schwerwiegenden Ereignissen waren 30 hohes Fieber, 21 Erbrechen, 12 Brustschmerz, 10 Kopfschmerzen und 10 Krampfanfälle, davon 5 neu aufgetretene Fälle (ohne Vorerkrankungen) und 2 Fieberkrämpfe. Im v-safe health check-in survey (42.504 Fälle) waren die häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei 1./ 2. Impfung: Schmerz (53/56 %), Müdigkeit (20/26 %), Kopfschmerz (14/ 20 %), Fieber (8/ 13 %), Schuluntauglichkeit (8/ 11 %), Schwindel (5/ 7 %), Bauchschmerz (5/ 6 %), Erbrechen (2/ 3 %). Notfall-Behandlung in 0,1 % der Fälle und Aufnahme ins Krankenhaus 0,02%. In keinem Fall wurde eine Myokarditis berichtet, im VAERS wurden 11 Fälle einer Myokarditis registriert. Dies ist seltener als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Insgesamt traten bei Kindern von 5 bis 11 Jahren weniger Nebenwirkungen auf als bei Jugendlichen von 12 bis 15 Jahren.               https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm705152a1.htm

Impfung für Jugendliche von 12 bis 16 Jahre:

Nachdem der Impfstoff ab 12 Jahren durch die EMA zugelassen wurde, empfiehlt die STIKO die Impfung nach eingehender Risiko-Nutzen-Analyse nun auch für Jugendliche ohne besonderem Risiko.  Zur Sicherheit der Impfung gibt es in dieser Altersgruppe mittlerweile ausreichend Daten und Erfahrungen. Bei Infektion ist der Krankheitsverlauf zwar weiterhin meist mild oder sogar asymptomatisch. Hospitalisierungen und intensivmedizinische Behandlungen sind selten und Todesfälle traten nur vereinzelt bei Risikopatienten mit Vorerkrankungen auf. Bei bestimmten Vorerkrankungen ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Für folgende Jugendliche ist die Impfung uneingeschränkt empfohlen:

  • Adipositas > 97. Perzentile
  • angeborene oder erworbene relevante Immunschwäche
  • angeborene zyanotische Herzfehler (Ruhe-Sättigung < 80%)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion (das entspricht nicht einem gut eingestellten Asthma )
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder euromuskuläre Erkrankung
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankung mit schwerer Beeinträchtigung
  • Diabetes mellitus (nicht gut eingestellt, d.h. HbA1c >8 )
  • enger Kontakt zu nicht impfbaren gefährdeten Personen
  • Wenn Eines der Kriterien zutrifft, können Sie auch wie oben beschrieben uns eine Mail schicken, zusätzlich im Betreff : Risikopatient  !!! Wir werden Sie dann zeitnah kontaktieren.

Aufgrund der psychosozialen Einschränkungen durch die Corona-Massnahmen und zur Sicherstellung einer Teilhabe an Schulbildung sieht die STIKO nun eine Impfung auch für gesunde Jugendliche ab 12. Jahren gerechtfertigt. Bei eiligem Impfwunsch bleibt das Impfzentrum (s. o. ) primärer Ansprechpartner.